Feuerwehr Hämelerwald

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Chronik

Waren vorher alle Einwohner der damaligen Gemeinde Hämelerwald zur Löschhilfe verpflichtet - laut Gemeindebeschluss vom 1. Februar 1879 musste in jedem Haus ein lederner Feuerlöscheimer parat stehen - erwies sich dies schon im folgenden Jahr als unzureichend.


Aufgrund des schnellen Wachstums der Gemeinde wurde am 11. Februar 1880 die Pflichtfeuerwehr offiziell eingeführt. Da keine Spritze zur Verfügung stand, wurden alle männlichen Einwohner zwischen 18 und 50 Jahren dienstverpflichtet und in drei Abteilungen gegliedert: Wasserfüller, Retter und Wachmannschaft. Als erste Geräte wurden zwei Feuerleitern sowie zwei Einreißhaken beschafft.

Mehrere verheerende Brände in den folgenden Jahren bis 1931 machten deutlich, dass die Spritzen der umliegenden Gemeinden zu lange zum Einsatzort in Hämelerwald brauchten, die Forderungen nach der Anschaffung einer eigenen Spritze wurden laut. Die Gemeinde Handorf überließ Hämelerwald zunächst eine Handdruckspritze, die aber nicht eingesetzt werden musste.



Am 27.07.1934 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung einer Motorspritze mit einer Leistung von 800 l pro Minute sowie Zubehör und Ausrüstung für bis zu 30 Feuerwehrleute.

Im November 1934 erfolgte daraufhin die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Allein die Beschaffung o. g. Ausrüstung ließ auf sich warten. Aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Gemeinde wurde sie immer weiter hinausgeschoben - zum Ärger der Feuerwehrfreunde. Diese sammelten 1935 im Ort und konnten so ihre erste Tragkraftspritze TS 8 mit TS-Anhänger anschaffen, kurz darauf noch einen alten Achtsitzer-Citroen als Mannschaftswagen.

Als Haus Nr. 107 wurde 1936 das Feuerwehrgerätehaus mit Wasserspeicher gebaut, die Feuerwehrmänner wurden massgerecht in doppelter Ausführung eingekleidet.

In den folgenden Jahren wurde der Citroen durch eine Mercedes-Limousine Bj. 1930 als Zugfahrzeug ersetzt - aufgrund von "Vitamin B". Zusätzlich beschafften die Kameraden einen alten Opel P4 dazu.

Nach den Kriegswirren wurde die Hämelerwalder Feuerwehr 1946 wieder offiziell tätig, die requirierten Fahrzeuge fanden sich wieder an, die Gemeinde stand Ersatzbeschaffungen großzügig gegenüber.

Eine Vielzahl Einsätze wurden bewältigt, u. a. lief die TS 1957 beim Waldbrand 3 Tage ununterbrochen, ca. 100 Morgen Wald waren damals betroffen.

1959 wurde die TS durch eine neue TS 8/8 von Metz/VW ersetzt, 1965 bekam unsere Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Hanomag-Markant-Fahrgestell.

1969 wurde die Jugendfeuerwehr Hämelerwald in der alten Gaststätte "Zur Linde" durch die ersten Jugendgruppenleiter Wolfgang Rieber + Bernd Wedemeyer gegründet.


Ein Höhepunkt in der Geschichte war der Ausbau des Gerätehauses 1973/74 in Eigenleistung. Es entstand der heutige Bau mit 4 Fahrzeughallen, Unterkellerung und Dachausbau. Zeitgleich war ein Wandel des Einsatzgeschehens zu immer mehr technischen Hilfeleistungen zu verzeichnen.

Mit der Gebietsreform 1974 wurde die vormalige Gemeinde Hämelerwald des Landkreises Peine Ortsteil der Stadt Lehrte, Landkreis Hannover und die Feuerwehr zum Stützpunkt.

Im gleichen Jahr wurde von einer Wohnungsbaugesellschaft eine DLK 23/12 für die Ortsfeuerwehr gekauft, um den zweiten Rettungsweg für die Bewohner der 8geschossigen Häuser im Neubaugebiet Hämelerwald-Süd sicherzustellen.

1976 erfolgte die Beschaffung des TLF 16/25, 1977 spendete der Hämelerwalder Siegmund Laskowit "seiner" Feuerwehr einen VW-Transporter als "Kommandowagen".

Den damals neuen MTW erhielten die Kameraden 1984 als Ersatz für den verunfallten alten VW-Bus (bei dem Unfall kam glücklicherweise niemand zu Schaden).

1986 wurde das Hanomag-LF 8 ausgemustert, ein neues Mercedes/Metz-LF 8 mit Hilfeleistungsausrüstung nahm seine Stelle ein.

Mit der Umstrukturierung des Katastrophenschutzes erhielten wir 1995 aus dessen Beständen unser LF 16-TS. Es war vorher bei der Ortsfeuerwehr Immensen stationiert gewesen, blieb also in der Stadt. Unser LF 8 blieb der Stadt ebenfalls erhalten, es wurde an die Ortsfeuerwehr Arpke übergeben.

Nach diversen Reparaturen stellte sich im Januar 1999 nach dem Einsatz bei dem Großbrand einer Lagerhalle in Lehrte heraus, dass unsere DLK endgültig "den Korb hängen ließ" - wirtschaftlicher Totalschaden. Im August 1999 war es soweit - wir erhielten die neue DLK 23/12 Vario CC.

Im Dezember 2002 wurde unsere TLF 16 Magirus Baujahr 1976 durch ein neues TLF 16/25 auf MAN M 2000 Fahrgestell mit Aufbau der Firma Ziegler ersetzt. Dieses Fahrzeug besitzt als Sonderausstattung eine Gruppe Kabine und einen festen hydraulischen Lichtmast. Da dieses Fahrzeug für die Brandbekämpfung und für die Technische Hilfeleistung ausgerüstet ist, wird es als Ersteinsatzfahrzeug genutzt.

Seit Januar 2003 ist es endlich beschlossen und wird in schnellen Schritten umgesetzt, der Neubau unseres Feuerwehrhauses im Blütenweg.

Im Januar 2004 wurde unser MTW VW Transporter T3 der in die Jahre gekommen war und uns auf einer Einsatzfahrt verlassen hatte (Motorschaden), durch einen MTW VW Transporter T 5 mit Ausbau der Firma LE Car ersetzt.

Dezember 2004 Einführung der digitalen Alarmierung im Stadtgebiet Lehrte. Wir wurden mit 15 DME Swissphon Patron Plus ausgestattet.

Januar 2006, endlich war es soweit, der Spatenstich für unser Feuerwehrhaus am Blütenweg wurde vollzogen.

11. November 2006 Feierliche Einweihung unseres neuen Feuerwehrhauses am Blütenweg 3

April 2008 unser LF 16 TS wurde durch ein HLF 20/16 MAN-Ziegler ersetzt. Das LF 16 TS war ein ehem. Fahrzeug des Kats. und hatte zum Schluß Kupplung- und Getriebeschaden.


30. August 2008 Gründung einer Kinderfeuerwehr unter der Leitung von Marlene Freers. 35 Kinder und 4 Betreuerinnen als Gründungsmitglieder.

September 2008 alle Kameradinnen und Kameraden wurden komplett mit digitalen Funkmeldeempfängern (DME) und schwarzen Überjacken HUPF Form III ausgerüstet. Die Analoge Alarmierung wird zum Ende des Jahres 2008 für die Ortsfeuerwehr Hämelerwald abgeschaltet. Die Sirenen bleiben als Rückfallebene analog alarmierbar.


Seit der Gründung 1934 waren bisher folgende Gemeinde- bzw. Ortsbrandmeister tätig:

1934 - 1935 Otto Freers

1935 - 1945 Fritz Wackerhagen

1946 - 1947 Otto Rösemann

1947 - 1951 Wilhelm Drückefärken

1951 - 1966 Heinrich Sander

1966 - 1978 Hellmuth Möhle

1978 - 1992 Willi Sander

1992 - 2004 Dieter Sander

2004 - heute Heinz-Georg Montag

Quellen: teilweise Auszüge aus der "Ortschronik Hämelerwald"